Röntgen-Diffraktomie

Bei der Röntgen-Diffraktomie werden Probenkörper und Bauteile unter kontinuierlicher Veränderung des Strahlungswinkels mit Röntgenstrahlen beschossen.

Phasenanalysen

Nach dem Härten und Anlassen von Stahl treten in der Regel Phasen wie Martensit, Restaustenit und gegebenenfalls Karbide und Primärkarbide auf. Restaustenit (nicht umgewandelter Austenit) beeinflusst unter anderem die mechanischen Eigenschaften, den Verschleiß und die Maßhaltigkeit gehärteter Bauteile.

Die Tatsache, dass Martensit (kubisch raumzentriert) und verbleibender Restaustenit (kubisch flächenzentriert) in unterschiedlichen Gittermodifikationen vorliegen, nutzen wir mit unserem Röntgendiffakrometer Bruker D8 Advanced zur Restaustenitbestimmung: Die Messung der unterschiedlichen Gitterparameter ergibt qualitativ differenzierbare Beugungslinien nach der Bragg-Gleichung. Diese unterschiedlichen Beugungslinien werden unter Berücksichtigung weiterer Parameter in ein Verhältnis gesetzt, aus dem schließlich der RA-Gehalt berechnet werden kann.

Eigenspannungs­messungen

Eigenspannungen sind Spannungen in einem abgeschlossenen System, auf das keine äußeren Kräfte und Momente einwirken: Die inneren Kräfte und Momente (welche mit den Eigenspannungen verbunden sind) befinden sich im mechanischen Gleichgewicht. Zugeigenspannungen in kritischen Versagensbereichen, die hohe Lastspannungen ertragen müssen, können die Lebensdauer von Bauteilen wesentlich reduzieren – Druckeigenspannungen dagegen können die Belastbarkeit in solchen Bereichen deutlich erhöhen.

Mit unserem zweiten Röntgendiffraktometer (XRD) D8 Discover der Fa. Bruker messen wir diese Eigenspannungen in unserem Labor präzise. Der ortsauflösende energiedispersive 1D-Detektor vereint dabei kurze Messzeiten und höchste Genauigkeit. Die Verwendung eines parallelen Röntgenstrahls ermöglicht uns zudem Untersuchungen auch auf rauen oder unebenen Oberflächen. Durch die gleichzeitige Rotation von Röntgenröhre und Detektor ist keine Probenrotation notwendig – auch komplexe Geometrien und hohe Stückgewichte können somit problemlos vermessen werden.

Jens Sommer, B. Eng.

Geschäftsführer – Labor und Seminare

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js@werkstofftechnik.com

Philipp Sommer, M. Sc.

Geschäftsführer – EDV und Forschung

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